Die stille Kraft des Vertrauens im BDSM
- 7. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Als wir vor fast zwanzig Monaten die Türen zu Tether and Tease öffneten,
war ich mir nicht ganz sicher, was mich erwarten würde.
Wie jeder, der Fremde in sein sorgsam gestaltetes Zuhause einlädt, war auch ich etwas unsicher. Würden die Gäste das Haus respektieren? Würden sie verstehen, was wir gebaut hatten? Würden sie es mit der gleichen Sorgfalt und Wertschätzung behandeln, die in seine Errichtung geflossen waren?
Wenn ich heute zurückblicke, kommt mir immer wieder ein Gedanke in den Sinn.
Fast alle Gäste, die wir bisher begrüßen durften, waren außerordentlich freundlich.
respektvoll und rücksichtsvoll.
Natürlich ist jeder Mensch anders, aber die Konstanz hat mich überrascht.
Viele kommen als Fremde an und hinterlassen nicht nur einen blitzsauberen Raum, sondern oft auch eine herzliche Dankesnachricht, eine durchdachte Bewertung oder einfach das Gefühl, dass sie die Erfahrung wirklich geschätzt haben.
Das hat mich zum Nachdenken gebracht.
Vielleicht liegt die Antwort in einem einzigen Wort: Vertrauen .
Vertrauen ist die Grundlage für gesundes BDSM. Lange vor Beginn einer Szene finden Gespräche statt, Grenzen werden festgelegt, Einverständnis wird eingeholt, Erwartungen werden formuliert und die Nachsorge geplant. Die Beteiligten lernen, offen zu kommunizieren, aufmerksam zuzuhören und Grenzen zu respektieren. In vielerlei Hinsicht reichen diese Fähigkeiten weit über das eigentliche Spiel hinaus.
Wenn jemand einen Ort wie Tether and Tease bucht, kommt eine weitere Vertrauensebene hinzu.
Unsere Gäste vertrauen darauf, dass wir Diskretion, Privatsphäre, Sauberkeit und einen Raum bieten, in dem sie einfach sie selbst sein können, ohne verurteilt zu werden.
Im Gegenzug vertrauen wir ihnen etwas ebenso Wertvolles an – unser Eigentum, unsere Möbel, unsere Kunstwerke und die intime Atmosphäre, in deren Schaffung wir unser Herzblut gesteckt haben.
Das ist ein schöner Austausch.
Vertrauen kann nicht eingefordert werden. Es wird geschenkt.
Vielleicht ist das der Grund, warum ich zu der Überzeugung gelangt bin, dass Vertrauen eine bemerkenswerte Anziehungskraft besitzt.
Vertrauen als Gegenleistung.
Ob unsere Gäste Erfahrung im BDSM haben, einfach nur neugierig sind oder Paare, die ihre Beziehung wiederbeleben möchten – der gemeinsame Nenner ist selten das, was im Spielzimmer passiert. Viel häufiger ist es der Respekt, den sie einander und uns entgegenbringen.
Die Arbeit an Tether and Tease hat mich daran erinnert, dass hinter dem Leder, dem Stahl und der Ästhetik einfach nur Menschen stecken.
Menschen, die nach Verbindung suchen.
Menschen, die sich für Verletzlichkeit entscheiden.
Menschen, die einander mit Freundlichkeit begegnen.

Und dafür sind wir zutiefst dankbar.
An alle, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben
Ihre intimsten Momente…
Danke schön.
— Stefanie & Ralph




